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Ausbildungssituation im Vogelsberg ist besser als in Vorjahren

CDU-Kreistagsfraktion führte Fachgespräch mit Kreishandwerkerschaft.

CDU-Kreistagsfraktion führte Fachgespräch mit Kreishandwerkerschaft.

Die allgegenwärtige Wirtschafts- und Finanzkrise, die Lage auf dem Ausbildungsmarkt und das Thema der Auftragsvergabe des Kreises sowie der Städte und Gemeinden waren nur die wichtigsten Themen in einer Zusammenkunft der Vogelsberger CDUKreistagsfraktion mit der Kreishandwerkerschaft. Fraktionsvorsitzender Dr. Hans Heuser freute sich, mit Kreishandwerksmeister Herbert Betz und seinem Geschäftsführer Erwin Mönnig die obersten Repräsentanten aus dem Handwerksbereich im Kreisgebiet begrüßen zu können. Er wies daraufhin, dass diese Zusammenkünfte in Abständen von zwei bis drei Jahren turnusmäßig stattfinden, denn für die Kreistagsabgeordneten und Kreisbeigeordneten sei es sehr wichtig zu wissen, wie sich die aktuelle Situation für den Handwerksbereich darstelle. Gerade im Vogelsbergkreis seien die Handwerksbetriebe ein eminent wichtiger Wirtschaftsfaktor, in denen tausende von Arbeitsplätzen bestehen. 

In ihren Ausführungen gingen Betz und Mönnig zuerst ein auf die Lage im Ausbildungsbereich, denn gut ein Monat vor Ende des Schuljahres sollten die meisten Lehrverträge abgeschlossen sein. Weil aber vereinzelt auch noch in den Sommerferien ein Ausbildungsverhältnis zustande kommt, könnten genaue Zahlen erst im September 2009 genannt werden. Es sei aber klar zu erkennen, so Betz, dass aufgrund der großen Anstrengungen im Bereich des Handwerks die in früheren Jahrzehnten beklagten Engpässe nicht mehr bestehen. In 2009 würden voraussichtlich mehr Lehrverträge abgeschlossen als in den beiden Vorjahren. In den Jahren ab 2010 werden sich dann die zurückgehenden Zahlen der Schulabgänger deutlicher auswirken. Sehr zu beklagen sei aus Sicht der ausbildungswilligen Handwerksmeister, dass in jedem Schuljahr ein (unterschiedlich großer) Anteil der Abgänger gar nicht „ausbildungsfähig“ sei, d.h. es fehlten Grundvoraussetzungen in Rechnen und Schreiben. Gerade in den Elektroberufen, auch bei Gasund Wasserinstallateuren müsse eine Grundintelligenz vorhanden sein, um die tagtäglich erforderlichen Berechnungen zu schaffen.

Begrüßt wurden von den Vertretern des Handwerks die an mehreren Hauptschulen des Kreises eingerichteten „Schub-Klassen“ (Schule und Beruf). Dadurch habe der ein oder andere Schüler eine Lehrstelle gefunden, der ohne diese besondere schulische Förderung chancenlos gewesen wäre. Die politisch Verantwortlichen im Kreis haben in den letzten Jahren durch die Schaffung entsprechender Räumlichkeiten an den Schulen dafür gesorgt, dass auch Kinder in ihrer Entwicklung gefördert werden, die nicht zu den besten Schülern gehören. Dies sei Ausfluss der sozialen Verantwortung zu der auch die Handwerksmeister ihren Beitrag leisten. Im Verlauf der weiteren Diskussion wurde von den CDU-Politikern nachgefragt, ob sich die verschiedenen Konjunkturprogramme der Bundesregierung und der Hessischen Landesregierung, sowie die Beschlüsse des Vogelsberger Kreistags bereits auf die Auftragslage bei den Handwerksbetrieben auswirkten. Hierzu verwies Handwerksmeister Betz darauf, dass die Gelder aus den Investitionsprogrammen hauptsächlich den Bau- und Baunebengewerben zugute kommen würden, während andere Handwerksbereiche (z.B. die Friseure) davon nicht erreicht würden. Er appellierte an die Kommunalpolitiker auf Kreis und Gemeindeebene möglichst viele Aufträge für Bau-, Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen an einheimische Firmen zu vergeben. Nur so könnten die Arbeitsplätze vor Ort erhalten werden und die einzelnen Kommunen könnten nur so in Genuss der Einnahmen von Gewerbesteuer kommen. Hierzu berichtete Landrat Rudolf Marx, dass der Kreisausschuss bereits in den letzten beiden Sitzungen einzelne Gewerke für Bauleistungen vergeben habe. Auch für die nächsten Sitzungen des Kreisausschusses im Juni stünden Auftragsvergaben auf der Tagesordnung. Man sei immer bemüht soviel wie möglich Aufträge an Firmen aus dem Kreisgebiet zu vergeben, dennoch müssten die einschlägigen Bestimmungen der Vergabeordnung beachtet werden, zudem gebe es gerade bei Schulbauten nimmer wieder Spezialgewerke, bei denen es keine Anbieter aus dem Kreis gebe. Er sei aber zuversichtlich, dass ein Großteil der vom Kreistag Ende März beschlossenen Gelder im Vogelsbergkreis verbleibe.

CDU Kreistagsfraktion Vogelsberg

08.06.2009