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Die Neuwahlen des Vorstandes nahmen großen Raum ein

Künz erhielt das beste Ergebnis des Abends.

Die neue Führungsriege der CDU im Vogelsbergkreis. von links: Ralf Bunn, Ulrich Künz, Dr. Hans Heuser, Anita Schlorke, Dr. Jens Mischak, Andreas Rey, Michael Ruhl mit Geschäftsführerin Iris Schmidt (3. von links).

Für langjährige Mitgliedschaft in der CDU wurden geehrt: Willi Haas und Willi Simon aus Schotten und Hans Wahl aus Schlitz für 50 Jahre und Ulrich Künz und Werner Hau aus Schotten für 40 Jahre.

Bei zwölf Gegenstimmen und einer Enthaltung gaben ihm 86 der 99 Delegierten ihre Stimme und bestätigten ihn für weitere zwei Jahre. Auch Stellvertreter Dr. Jens Mischak (Lauterbach, 82) überzeugte mit einem großartigen Ergebnis und ließ seine Mitkonkurrenten für das Amt der Stellvertreter weit hinter sich.
Während Anita Schlorke (Alsfeld, 63) und Dr. Hans Heuser (Mücke, 58) im ersten Wahlkampf auch in ihren Positionen bestätigt wurden, wurde Sylke Emmermann (Schotten) nicht wieder gewählt. In einer Stichwahl unterlag sie deutlich Ralf Bunn (Feldatal) mit 61 zu 36 Stimmen.

Auch Wilfried Göttert (Grebenau), seit acht Jahren Schriftführer des Kreisvorstands, unterlag dem 23-jährigen Junge-Union Vorsitzenden Michael Ruhl (Herbstein), der 72 Stimmen erhielt, Göttert 26. Statt Wilfried Fink (Alsfeld), so lange im Amt wie Göttert, wird künftig Andreas Rey (Wartenberg) die Funktion des Schatzmeisters ausüben. 63 Delegierte stimmten für Rey, 34 für Fink.

Bei der Wahl der 12 Beisitzer wurden die Delegierten zweimal zur Urne gebeten. Gab es doch für zwölf Positionen 19 Bewerber.

Am Ende führte  Kurt Wiegel, (Lauterbach, 80) die Liste der neuen Beisitzer an. Es folgten Rosemarie Müller (Feldatal 72), Hiltrud Kalbfleisch (Lautertal, 72), Dieter Boss (Schwalmtal, 68), Manuela Rietschel (Mücke, 65), Christiane Schlitt (Romrod, 64), Norman Möller (Ulrichstein, 57), Peter Popplow (Schotten, 53), Helmut Freudenreich (Schlitz, 53), Klaus Krug (Grebenau, 47), Jürgen Schleich (Grebenhain, 45) und Jens Heddrich (Grebenau, 41).

Während der langen Wahlhandlungen überbrachten unter anderen Michael Brand  MdB, Helge Braun, Giessener Kreisvorsitzender und Europaabgeordneter Thomas Mann ihre Grußworte.

In seinem Rechenschaftsbericht zu Beginn des Parteitages zog Kreisvorsitzender Künz Bilanz. In mehreren Gremien hatte man sich nach der bitteren Niederlage der Landtagswahl ausführlich mit den Ursachen beschäftigt. Der Verlust des Direktmandats von Kurt Wiegel sei auch ein schwerer Verlust für die Vogelsberger Union, die damit den "Ansprechpartner für die Landespolitik" verloren habe. „Der Landestrend hat uns hier voll erwischt“, so Künz. Wiegel habe den Kreis in Wiesbaden immer "engagiert und kompetent" vertreten. Für die Zukunft forderte Künz, bei künftigen Listenaufstellungen auf den vorderen Plätzen jeden hessischen Kreisverband zu berücksichtigen.
Aber auch in anderen Politikfeldern sah er Versäumnisse, die Union sei "kalt und herzlos rübergekommen". Die CDU habe "die Deutungs- und Erklärungshoheit über unsere eigene Politik nicht mehr im notwendigen Maße besessen". Landespolitisch sprach sich Künz für ein "Jamaika-Bündnis" mit FDP und Grünen und vehement gegen eine große Koalition mit der SPD aus, deren Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti er "einen Wortbruch der ersten Klasse" vorwarf. "Tief enttäuscht" zeigte er sich auch vom Vogelsberger SPD-Vorsitzenden und Wahlkreisabgeordneten Manfred Görig, der sich bislang nicht von einem Zusammengehen mit der Linken distanziert habe, obwohl er dies vor der Wahl zugesagt habe. Künz: "Als einziger Vogelsberger Landtagsabgeordneter steht Görig nicht nur der SPD, sondern allen Vogelsbergern im Wort." Wenn Görig mit den Linken Andrea Ypsilanti wähle, wäre dies "ein weiterer
eklatanter Wortbruch".

Für die Wahlen im nächsten Jahr zeigte sich Künz optimistisch. Allerdings müsse sich in der CDU einiges ändern. "Wir sind in letzter Zeit zum Bundeskanzler- und Minsterpräsidenten-Wahlverein geworden" kritisierte er. Es reiche nicht, "mit orangefarbenen Schals herumzulaufen". Wenn die CDU wieder Wahlen gewinnen wolle, müsse sie "auf die Menschen zugehen und ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen". Mit Blick auf die Wahlerfolge der Linken rief er seine Partei auf, die Wähler der Linken "nicht vor den Kopf zu stoßen, sondern ihnen "die besseren Antworten zu geben".

Das "Schlüsselprojekt" künftiger Politik sieht Künz in der Bildungspolitik, da der Erfolg der Volkswirtschaft abhängig sei von "der Qualität seiner Köpfe". Mit dem Stichwort Bildungspolitik war Künz bei der Situation im Vogelsbergkreis. Die Kreispolitik sieht er "auf Erfolgskurs". Der Kreis sei gerade im Bildungsbereich "auf einem guten Weg, zu einem beispielhaften Bildungskreis zu werden", stellte er fest. Die CDU und die Koalition hätten den "Stillstand in der Investitionspolitik" überwunden. Eine Einschätzung, die auch Dr. Hans Heuser, der Vorsitzende der Kreistagsfraktion, in seinem Bericht teilte. Er lobte vor allem die gute Zusammenarbeit der Kreiskoalition auch im siebten Jahr ihres Bestehens und bescheinigte der Koalition, "ernsthaft und zielgerichtet" zu arbeiten.

Drei Basisanträge passierten am vergangenen Freitag den Parteitag.

 

  1. Die CDU Vogelsberg bekennt sich klar zum Erhalt und zur Stärkung der Schulformvielfalt im Vogelsbergkreis.
    Nur durch vielfältige Bildungsangebote im allgemein bildenden und beruflichen Bereich kann der Vogelsbergkreis als attraktiver Standort erhalten werden. Dies betrifft sowohl die Lebensqualität der hier lebenden Bürgerinnen und Bürger als auch die Qualität der Ausbildung für heimische Unternehmen.
  2. Die CDU Vogelsberg spricht sich für die Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer aus. Gerade vor dem Hintergrund hoher Benzinpreise muss man die Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer mit 30 Cent pro Kilometer allgemein wieder einführen. Der CDU Vogelsberg vertritt die Ansicht, dass die Fahrten als Werbungskosten zu zählen seien. Sie müssen daher auch ab dem ersten Kilometer steuerlich angerechnet werden.
  3. „Die CDU Vogelsberg fordert die CDU Hessen auf, bei der Listenaufstellung zu kommenden Landtagswahlen auf den ersten Plätzen zunächst jeden Kreisverband einmal zu berücksichtigen

CDU Kreisverband Vogelsberg

30.03.2008