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Energieversorgung der Zukunft muss dezentral erfolgen
Arbeitskreis Energie der CDU-Kreistagsfraktion nahm seine Arbeit auf.
Vogelsbergkreis: Der kürzlich neu gebildete Arbeitskreis Energie der CDU-Kreistagsfraktion Vogelsberg kam dieser Tage unter Vorsitz des bisherigen Landtagsabgeordneten und Kreistagsabgeordneten Kurt Wiegel zu seiner 1. Sitzung in Lauterbach-Reuters, Ludwigshof zusammen. Als kompetenten Fachmann für den Bereich der Energieversorgung hatte Herr Wiegel mit Lorenz Kock, den Geschäftsführer der BIOREGIO HOLZ Vogelsberg und Wetterau gewinnen können. An der Sitzung nahmen auch CDU-Kreisvorsitzender Ulrich Künz und der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Dr. Hans Heuser teil.
An dem Beginn seiner Ausführungen stellte Lorenz Kock eine tabellarische Aufstellung bezüglich der Entwicklung des Heizölpreises von Januar 2006 bis zum 18. April 2008. Im Januar 2006 kostete ein Liter Heizöl 58 Cent und der Preis sank bis Dezember 2006 sogar bis auf 53 Cent. Im Jahr 2007 war ein rasanter Preisanstieg von 53 Cent auf 72 Cent im Dezember 2007 zu verzeichnen gewesen. Noch schlimmer kam es im Jahr 2008, denn von den erwähnten 72 Cent ist der Preis am 18. April 2008 auf 79,7 Cent pro Liter gestiegen und hat damit ein „Allzeithoch“ erreicht. Der Referent wies darauf hin, dass in Deutschland und so auch im Bereich von Vogelsberg und Wetterau das Heizen mit Heizöl sowohl im Bereicht von Wohnhäusern als auch von öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Verwaltungen und selbst in der Industrie immer noch die häufigste Heizmethode sei. Im Gegenzug verwies Kock darauf, dass der Preis für Holzpellets in den letzten 2 Jahren praktisch unverändert bei etwa 190,00 € pro Tonne gelegen habe. Die gleiche Heizleistung wie 1 Liter Heizöl werde durch 2 KG Holzpellets erbracht.
Die Entwicklung des Heizölpreises und gleichermaßen des Preises für Gas in den letzten 2 Jahren können nur noch als dramatisch bezeichnet werden und viele Menschen hätten jetzt schon Schwierigkeiten ihre Heizkosten aufzubringen. Nach allem was zurzeit bekannt sei, werde sowohl der Gas- als auch der Ölpreis in den nächsten Monaten und Jahren weiter steigen. Auch der Preis für elektrischen Strom sei seit Jahren kontinuierlich gestiegen. Habe man bei der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998 noch geglaubt, die Strompreise würden fallen und zahlreiche Verbraucher hätten durch den Wechsel des Anbieters geringfügige Einsparungen erzielt, so sei auch der Strompreis in den letzten 3-4 Jahren immer weiter nach oben gestiegen. Hierfür verantwortlich seien außer den steigenden Erzeugerkosten bei den Großkonzernen, auch der mittlerweile beachtliche Anteil von Steuern auf Grund staatlicher Gesetzgebung, als auch die hohen Kosten für die Einspeisung von sogenanntem „Naturstrom“ aus alternativer Stromgewinnung, wie Windkraftanlagen und Photovoltaik.
Deshalb müssten bereits heute alle technisch möglichen und finanziell machbaren Formen neuer und alternativer Energieversorgung durchgeprüft und angepackt werden. Aus den genannten Gründen habe die Hessische Landesregierung bereits vor Jahren gehandelt und schon im Jahr 2004 die erste BIOREGIO HOLZ im Knüllgebirge mit den Landkreisen Schwalm Eder und Hersfeld-Rotenburg ins Leben gerufen. Dort seien seither mit erheblichen öffentlichen Zuschüssen 47 kommunale Anlagen (auch insbesondere Schulen und Rathäuser) auf Holzheizung umgestellt worden. Neben dieser Pilotregion gebe es zwischenzeitlich 4 weitere BIOREGIONEN HOLZ im Lande Hessen. Zukünftig könnten die im Knüll gewährten hohen Fördergelder nicht landesweit erwartet werden.
Die Arbeit der BIOREGIO HOLZ Vogelsberg und Wetterau habe im September 2007 offiziell begonnen und seither habe man zahlreiche Informationsveranstaltungen durchgeführt. Es gebe auch bereits konkrete Planungen mit verschiedenen Städten und Gemeinden, die erst nach der jeweiligen Konkretisierungsphase in der Öffentlichkeit vorgestellt werden könnten. Besonders positiv hervorzuheben sei die genossenschaftliche Wärmeversorgung im Ortsteil Gunzenau der Gemeinde Freiensteinau. Geplant sei die aktive Teilnahme an den Energiesparmessen in Homberg (Ohm) 31.5. -01.06.2008 sowie in Lauterbach und in Schlitz jeweils im Dezember 2008 und am Bio Marktplatz Alsfeld vom 28. - 30.11.2008. Die Präsentation auf diesen Messen werde in Kooperation mit dem Landesbetrieb „Hessen Forst“ organisiert und durchgezogen.
Unter den Teilnehmern des Arbeitskreises wurde im Rahmen der Diskussion deutlich, dass bei einer verstärkten Nachfrage von Holz selbst in einer waldreichen Region wie Vogelsberg und Wetterau mit einem ansteigen des Holzpreises in der Zukunft gerechnet werden müsse. Weiter sollte beachtet werden, dass jährlich nicht mehr Holz verbraucht werden dürfe, als nachwachse. Geplant sei auch die Anlage von sogenannten „Energieholzplantagen“ und insgesamt wolle man 8 ha schnell wachsende Hölzer (insbesondere Pappeln) im Gebiet von Vogelsberg und Wetterau anlegen. Im Verlauf der weiteren Diskussion wurden die Probleme der zukünftigen Energieversorgung in Deutschland und auch im mittelhessischen Raum lebhaft erörtert. Fraktionsvorsitzender Dr. Heuser wies darauf hin, dass aus heutiger Sicht in 10 Jahren in Deutschland nicht ein einziges Kernkraftwerk mehr am Netz sein werde, wenn die im Jahr 2002 zwischen der damaligen rot/grünen Bundesregierung und den Kraftwerksbetreibern beschlossene Ausstiegsvereinbarung tatsächlich umgesetzt werde. Es sei völlig offen und niemand wisse, wie in 10 Jahren der Großenergiebedarf in Deutschland, sowohl bei privaten Wohnungen als auch bei gewerblichen und industriellen Bereichen, gedeckt werden könne. Eine Möglichkeit sei der Ankauf von Atomstrom aus Frankreich, Tschechien und weiteren europäischen Staaten, doch die dort vorhandenen oder im Bau befindlichen neuen Kernkraftwerke werden nicht ausreichen den enormen Energiebedarf zu decken. Zudem müsse man dann die von dort diktierten Preise zahlen. Im Ergebnis war man sich einig, dass die Energieversorgung das spannendste Thema der Politik in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sein werde.
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Fre, 25. Mai 2012 19:30
"Hessen mit Energie gestalten" - Infoveranstaltung mit Staatsministerin Lucia Puttrich und Peter Stephan -
Die, 29. Mai 2012 19:30
Infoveranstaltung "Windkraftanlagen im Vogelsbergkreis"

